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Das lebendige Lexikon: Enzyklopädie zum Mitmachen (15.03.2004)
Wer Fragen hat, schlägt nach - am besten in einem Lexikon oder in einer Enzyklopädie. Die großen Namen kennt zweifellos jeder: Brockhaus, Meyer Lexikon, Encyclopedia Britannica - dicke Schwarten, von schlauen Köpfen zusammengestellt und alle paar Jahre neu aufgelegt. Doch die Welt dreht sich immer rasanter. Nachschlagewerke gibt's deshalb längst auch auf CD und DVD - sowie Internet, ständig aktuell.
Völlig neu und wahrlich bahnbrechend ist das Konzept von Wikipedia. Ein Lexikon, an dem jeder mitschreiben kann. Die Adresse
www.wikipedia.de sollte man sich merken. Denn das Online-Nachschlagewerk, das seit Januar 2001 im World Wide Web für jeden zugänglich ist, stellt den Begriff 'Lexikon' wahrlich auf den Kopf.
Plötzlich kann nicht nur jeder kostenlos auf klug strukturierte Informationen zugreifen, sondern sogar selbst mit machen, das Lexikon mitgestalten. Wikipedia liegt nicht in den Händen eines großen Verlages, sondern ist ein offenes Projekt. Und das bedeutet: Jeder Internetbenutzer kann Redakteur werden. Ehrenamtlich, versteht sich. Schließlich bezahlen Wikipedia-Benutzer nichts für den Service.
Der Name Wikipedia kommt von 'Wiki Wiki', was Hawaiianisch ist und so viel wie 'schnell' bedeutet. Schnell, weil Wikipedia quasi jeden Tag sein Gesicht verändert und schneller als jedes Lexikon auf Papier oder CD auf Veränderungen reagieren kann.
Rund um die Uhr stellt eine Heerschar freiwilliger Online-Redakteure neue Beiträge ins Lexikon ein, korrigiert bestehende Artikel und bringt Zahlen, Daten und Fakten auf den jeweils neuesten Stand.
Viele der schätzungsweise 2000 Wikipedia-Redakteure investieren zehn und mehr Stunden pro Woche. Sie bearbeiten die Artikel über relativ komfortable Eingabeformulare, redigieren Texte und stellen sie auf Knopfdruck online. Da jeder einzelne Schritt, jede Korrektur penibel protokolliert wird, lassen sich alle Änderungen bis zur ersten Version zurückverfolgen. Und auch diskutieren. So haben Leute, die Unsinn ins Netz stellen wollen, keine Chance.
Wikipedia ist ein internationales Projekt. 69 Sprachen werden bereits unterstützt, von A wie Afrikaans bis V wie Volapük. Weitere Sprachen sollen folgen. Die fleißigen Wikipedia-Helfer in aller Welt sind jedenfalls auf dem besten Wege, die größte Enzyklopädie der Welt auf die Beine zu stellen. Schon heute stehen weit über 500.000 Artikel im Netz, die durch Stichworteingabe oder Stöbern in Kategorien aufgespürt werden können. Täglich kommen rund 11.000 Änderungen und neue Einträge dazu.
Die englischsprachige Ausgabe soll noch in diesem Jahr die 260.000-Artikel-Marke erreichen und damit genauso viele Einträge enthalten wie der Brockhaus. Darauf wird man in Deutschland noch ein wenig warten müssen: Hier können Datensurfer rund 56.000 Beiträge online anklicken. Wer etwas vermisst, sollte nicht meckern - sondern einfach dafür sorgen, dass die fehlenden Informationen ins Projekt










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