Wissen, wie's geht
Chatten (im Webchat)

Geplaudert, gequasselt, geschwätzt oder geredet wird beinahe überall, auch im Internet. Bloß, dass es hier Chatten heißt und ein bisschen anders funktioniert.
Chatten ist - kurz gesagt - die direkte Kommunikation vieler Menschen via Internet und geschriebener Sprache. Beim Chatten gibt man das, was man sagen möchte, per Tastatur ein und macht es mit einem Klick für die anderen Chat-Teilnehmer sichtbar.
Das Faszinierende: Chatten funktioniert unabhängig davon, wo die Gesprächspartner sich befinden, denn gechattet wird im Internet. Allerdings müssen sich die Teilnehmer auch hier (so wie im wirklichen Leben) zum Plaudern auf einen Treffpunkt einigen und das sind die Chatrooms oder Chats. Tatsächlich existieren im Internet viele Tausend Chats, in denen über die unterschiedlichsten Themen geplaudert wird: Musik, Haustiere, Gesundheit, Geld, Liebe…
Inhalt
Handwerkszeug
Selbst für flinke Schreiber ist das Eintippen all dessen, was man sagen will, auf Dauer mühsam, Ungeübte könnten verzweifeln. Unter anderem deswegen hat sich bei Chattern eine eigene Sprache entwickelt, die zum Großteil aus Akronymen und Spezialzeichen (Smileys) besteht. Eine Liste mit den gebräuchlichsten Akronymen und Smileys gibt es unter
www.chatiquette.de und speziell für Kinder bei der Kindersuchmaschine
Blinde Kuh.
Auch kann man wahlweise nur mit einzelnen Chatteilnehmern kommunizieren (in der Chattersprache "flüstern") oder sogar separate Chaträume (Separées oder Seps) einrichten. Dafür gibt es die entsprechenden Chatbefehle in der Menüleiste oder in der Hilfe des Chats.
Chatiquette
Auch beim Chatten gibt es bestimmte Regeln und Umgangsformen. Diese Chatiquette (oder Netiquette) ist zwar kein geschriebenes Gesetz, sollte aber dennoch von allen Chatteilnehmern eingehalten werden. Ausführliche Informationen zu den Benimmregeln im Netz, über Chatbefehle und Abkürzungen:
www.chatiquette.de. Übrigens: Chatter duzen sich, die Anrede "Sie" ist unüblich.
Operatoren und Moderatoren
Etliche Chats werden von Operatoren oder Moderatoren betreut. Operatoren greifen dann ins Geschehen ein, wenn die Umgangsformen im Chat zu entgleisen drohen, wohingegen Moderatoren sich auch inhaltlich einschalten, die Gesprächsführung übernehmen und die Chatbeiträge, die erscheinen sollen, auswählen können. Beide haben die Möglichkeit, Chatbesucher, die nicht die Regeln beachten, aus dem Chat zu verbannen.
Für moderierte Chats gibt es meist festgelegte Zeiten, da die Betreuer verständlicherweise nicht rund um die Uhr verfügbar sind. Gute Kinderchats sind immer moderiert.
Expertenchats
Fachleute treffen sich in so genannten Experten-Chats, die häufig von Zeitschriften, Radiostationen oder Fernsehsendern angeboten werden. Dort kann man zu festgelegten Zeiten mit einem Experten oder Prominenten zu einem Spezialthema chatten. Beispielsweise bietet
Politik digital regelmäßig Chats mit Politikern. Solche Chats sind stets moderiert.
Wenn Kinder chatten

Genauso wie Eltern in der realen Welt über die Freunde und Treffpunkte ihrer Kinder informiert sind, sollten sie auch deren Lieblingsorte im Internet kennen. Denn obwohl die Kinder scheinbar geschützt zu Hause an ihrem Computer sitzen, sind sie dennoch beim Chatten bestimmten Risiken und Gefahren ausgesetzt.
Da die Teilnehmer in den Chats anonym sind, kann sich ein Erwachsener leicht als Kind oder Jugendlicher ausgeben und so versuchen, das Vertrauen der anderen Chatteilnehmer zu erschleichen, um auf diese Weise familiäre Details, möglicherweise sogar die Adresse zu erfahren oder sich zum wirklichen Treff zu verabreden. Aber auch im Chat selbst kann es bereits zu unschönen Erlebnissen kommen. Sexuelle Belästigungen und Übergriffe im Chatdialog können Kinder verwirren und ängstigen.
Deswegen sind moderierte Kinderchats unbedingt empfehlenswert. Im
Seitenstark-Chat etwa achten Moderatoren auf die Sicherheit der jungen Besucher und helfen auch Anfängern bei den ersten Chat-Schritten. Der Chat ist fünf Mal in der Woche nachmittags geöffnet (Montags bisFreitags von 15 bis 19 Uhr) und kann direkt von der Kinderseite des Internet ABC angesteuert werden.
Eine Aufstellung geprüfter und bewerteter Chats für Kinder und Jugendliche enthält die Broschüre Chatten ohne Risiko von jugendschutz.net, die auch im Netz unter
www.chatten-ohne-risiko.net erreichbar ist.
Gefahren kennen
Kinder sollten die Gefahren kennen und wissen, wie sie diese vermeiden oder sich zur Wehr setzen können. Dafür gibt es einfache Regeln, damit aus dem Spaß am Kommunizieren kein Desaster wird:
- Niemals persönliche Daten wie Name, Telefonnummer oder Adresse angeben.
- Niemals der Aufforderung eines Chatters folgen, etwas zu tun, was einem verdächtig erscheint oder ein komisches Gefühl auslöst.
- Der Name, den man sich im Chat gibt, sollte neutral gewählt werden, möglichst keinen Rückschluss auf Geschlecht, Alter oder Wohnort zulassen.
- Wirkliche Verabredungen - wenn überhaupt - nie ohne Absprache mit den Eltern treffen.
- Kommt den Kindern etwas merkwürdig oder unangenehm vor, sollten sie mit ihren Eltern darüber sprechen, die den Chatbetreiber, gegebenenfalls aber auch die Polizei benachrichtigen.
Sind Belästigungen vorgefallen, sollten diese möglichst dokumentiert werden. Dazu fertigen Sie am besten einen Screenshot an (Druck/Print-Taste betätigen, Word öffnen, Tastenkombination Strg + V drücken), und notieren Chatraum, Datum, Uhrzeit sowie die Nicknames.
Damit wenden Sie sich an den Chat-Anbieter, der verpflichtet ist, der Sache nachzugehen. Scheuen Sie nicht den Weg zur Polizei, sie nimmt solche Vorfälle ernst und geht jeder Anzeige nach.
Was ist ein Instant Messenger?
Anders als der Webchat funktioniert der Chat im kleinen Kreis mit einem speziellen Programm, einem Instant Messenger, den man im Internet kostenlos herunterladen kann, unter anderem bei AOL, MSN, Yahoo, ICQ oder Skype - inklusive Gebrauchsanweisung. Dieses kleine Zusatzprogramm zeigt an, welche Freunde, Verwandte oder Kollegen gerade online sind. Und schon kann man ihnen direkt eine Nachricht schicken oder im kleinen Kreis - oft auch nur zu zweit - chatten. Vorausgesetzt natürlich, die anderen haben das gleiche Programm auf ihrem Computer.
Mit der Voice-Chat Funktion eines Instant Messengers und einem Headset kann man sogar per PC telefonieren. Und zwar von PC zu PC ohne weitere Kosten oder sogar ins Festnetztelefon - für letzteres fallen allerdings Telefongebühren an.
Mehr über Instant Messaging erklärt unser "Wissen, wie's geht: Instant Messaging":
Weitere Informationen
Wer ein bisschen Erfahrung im Chatten gesammelt hat, merkt schnell, dass die meisten Plaudereien im Internet sich vom Schwatz auf der Straße kaum unterscheiden, sie drehen sich also meist um recht belanglose Dinge und natürlich um das Thema Nr. 1: Chaträume mit den Titeln Sex, Flirten oder Blind Date sind erfahrungsgemäß am besten besucht.
Spaß und Unterhaltung versprechen so genannte 3-D-Chats wie bei
moove. Hier sucht man sich einen Avatar aus, kann sein eigenes kostenloses 3D-Haus bauen und sich in vorgegebenen und auswählbaren Welten bewegen - ähnlich wie in einem Computerspiel - und mit anderen Chattern, die ebenfalls in die Rolle einer virtuellen Figur geschlüpft sind, plaudern.









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