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Was EXIF-Daten in Fotos verraten
(13.01.2012)

Wer mit seinem Handy Fotoaufnahmen macht oder eine Digitalkamera benutzt, der erzeugt beim Betätigen des Auslösers in der Regel eine JPG-Datei. Die meisten Computerbenutzer wissen: In JPG-Dateien befinden sich die eigentlichen Fotos. Aber kaum einer weiß, dass JPG-Dateien in der Regel auch diverse unsichtbare Informationen enthalten, die Rückschlüsse über die Umstände der Aufnahme zulassen.
Exif: Versteckte Informationen in JPG-Dateien
Diese Exif-Daten werden heute von fast jeder Kamera angelegt und in den JPG-Dateien versteckt. "Exif" steht für "Exchangeable File Format", ein Standard, der genau festlegt, was alles neben der eigentlichen Fotoaufnahme in der Datei gespeichert wird. Die meisten Kameras merken sich zum Beispiel, wann genau das Bild entstanden ist, welche Blende verwendet wurde, welches Objekt zum Einsatz kam, ob geblitzt wurde oder nicht und vieles andere mehr. Auch welches Handy oder welche Kamera zum Einsatz gekommen ist, kann man den Exif-Daten entnehmen.
Die meisten modernen Fotoprogramme zeigen die Exif-Daten in einer JPG-Datei heute an, oft allerdings erst, wenn man entsprechende Optionen aktiviert. Auch Windows und Mac OS zeigen die nützlichen Informationen an. Jeder, der digitale Fotoaufnahmen macht, sollte sich dessen bewusst sein, dass diese Exif-Daten gespeichert werden. Während es für den Hobbyfotografen nützlich sein kann, noch Monate später beurteilen zu können, weche Blende zum Beispiel verwendet wurde, kann es auch Situationen geben, in denen die Exif-Dateien unerwünscht, weil indiskret sind.
Wo ist die Aufnahme entstanden?
Schließlich kann jeder mit Hilfe der Exif-Daten ermitteln, wann die Aufnahme entstanden ist - auf die Sekunde genau. Selbst wo ein Bild entstanden ist, verbirgt sich oft codiert in der Fotodatei. Handys mit GPS-Funktion oder Digitalkameras mit Ortungsfunktion hinterlegen auch solche Daten in den Bilddateien. Auch das kann praktisch sein, etwa dann, wenn die eigenen Fotoaufnahmen in einem Fotoprogramm nach Geodaten (Aufnahmeort) sortiert und gruppiert werden. Wer Fotos weitergibt, möchte aber möglicherweise nicht, dass solche Informationen mitgeliefert werden. Dann sollte man die Exif-Daten aus den Fotos entfernen. Auch das ermöglichen die meisten Fotoprogramme heute.
Exif-Daten ermöglichen erstaunliche Dinge. Wer zum Beispiel seine Digitalkamera vermisst, weil sie möglicherweise verloren gegangen oder sogar gestohlen wurde, kann unter www.stolencamerafinder.com nachschauen, ob irgend jemand im Internet die Kamera benutzt und Digitalfotos ins Netz stellt. Hintergrund: Viele Kameras hinterlegen in den EXIF-Daten der gemachten Aufnahmen auch die Seriennummer der Kamera.
Verschwundene Kameras wiederfinden
Es reicht aus, eine mit der verloren gegangenen Kamera geschossenes Foto in die Webseite von stolencamerafinder.com zu ziehen, um die Webseite mit der Seriennummer zu versorgen. Anschließend begibt sich die Webseite auf die Suche und versucht herauszufinden, ob es öffentlich im Web zugängliche Fotos gibt, die mit derselben Seriennummer gekennzeichnet sind. Sofern es sich dabei nicht um eigene Fotos handelt, hat man also schnell die Person ausfindig gemacht, die jetzt mit der Kamera fotografiert. Es sollen bereits erste entwendete Kameras auf diese Weise wiederentdeckt worden sein.
[Ein Beitrag von Jörg Schieb]











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