Freitag, 18. Mai 2012

Newsletter Nr. 20

Mobbing-Opfer

Wer sind die Opfer von Mobbing?

Besonders häufig erwischt es Kinder und Jugendliche, die zu keiner Clique gehören, weil sie aus irgendeinem Grund "anders" sind als die Kinder, die das Sagen haben. Es gibt ganz unterschiedliche Gründe, warum ein Kind an den Rand gedrängt wird. Mal ist es die "falsche" Kleidung, mal das Aussehen, die  Schüchternheit, die strengen Eltern oder der Dialekt, der Kinder zu Außenseitern abstempelt.

Kinder, die es darauf anlegen, andere zu kränken, finden immer einen Anlass. Schlimm ist, dass es meistens die Kinder trifft, die ohnehin wenig Anschluss in der Klasse und wenig Verbündete haben und sich deshalb kaum wehren können.

Mobbing geschieht anfangs im Verborgenen. Wenn sich das Opfer nach einiger Zeit in seine Verlierer-Rolle gefügt hat, wird mehr und mehr offen gemobbt. Mobbing kann überall passieren - auf dem Schulweg, in der Pause, im Bus, an der Bushaltestelle, in der Turnhalle, in der Umkleidekabine…

Und die Opfer von Cybermobbing?

Cybermobbing kann für die Opfer noch verletzender und umfassender sein als herkömmliches Mobbing, bei dem sich Täter und Opfer gegenüberstehen:

  • Der/ die Täter bleibt/ bleiben anonym, man kann ihm/ihnen nicht wie einem Mobber auf dem Schulhof aus dem Weg gehen.
  • Das Misstrauen frisst das Opfer auf: Kann auch mein Freund dabei gewesen sein? Diese Ungewissheit bringt Kinder aus der Fassung und führt dazu, dass sie sich aus ihrer gewohnten sozialen Umgebung zurückziehen und im schlimmsten Fall depressiv werden.
  • Das Mobbing ist zu jeder Tages- und Nachtzeit möglich.
  • Es gibt keine Zeit und keine Umgebung mehr, in der sich das Opfer sicher fühlen kann (es sei denn, es verzichtet auf Telefon und Internet).
  • Cybermobbing geschieht im Verborgenen; es ist schwerer nachzuweisen als Mobbing auf dem Schulhof.

Besonders schlimm ist für die Opfer, dass die diffamierenden oder einfach nur peinlichen Beiträge über lange Zeit im Internet auffindbar bleiben. So können Klassenkameraden andere darauf aufmerksam und sich gemeinsam über das Opfer lustig machen. Im schlimmsten Fall sind solche Einträge, Fotos oder Videos noch Jahre später im Netz, wenn sich ein Jugendlicher um ein Praktikum oder eine Lehrstelle bewirbt.

Um herauszufinden, ob man selbst Mobbingopfer ist, hat die Kriminalpolizei einen Test für Kinder und Jugendliche entwickelt. Selbst wenn das Thema Mobbing bei Ihren Kindern oder Schülern nicht akut ist, können Sie auf diesem Weg vielleicht ins Gespräch kommen. Und das ist möglicherweise der beste Schutz vor Mobbing überhaupt.

Lehrer als Opfer

Auch Lehrer werden immer häufiger gemobbt, seit die digitalen Medien in fast jeden Haushalt  Einzug gehalten haben. Etwa 50.000 Lehrer sind nach Angaben der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Opfer dieser Form multimedialer Schikane.

Sie werden in peinlichen Situationen gefilmt, mit schmutzigen SMS tyrannisiert oder unfreiwillig in Sex-Chatrooms angemeldet. Die Unterstützung durch Kollegen oder Vorgesetzte ist oft nur unzureichend, obwohl die psychische Belastung gravierend sein kann. Die Gewerkschaft fordert daher mehr Schutz und Hilfsangebote für gemobbte Pädagogen.

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Ausschnitt aus dem Poster zum Kongress

Der Medienpass NRW in der Grundschule
Am 16. Juni 2012 von 10 bis 16 Uhr im Haus der Technik, Essen: Kongress "Der Medienpass NRW in der Grundschule"

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