Computerspiele und Jugendschutz
Computerspiele für den Nachwuchs
Wissen, was gespielt wird

(Vortrag, gehalten auf der Munich Gaming, 5./6. April 2008, von Michael Schnell, Projektleiter des Internet-ABC)
Einleitung: Vorführung des Spiels "Guitar Hero 3 - Legends of Rock Bundle" mit dem Gitarren-Controller zu dem Song "Rock and Roll all night" der Rockgruppe KISS (s. Foto rechts, mit freundlicher Genehmingung von Christian Nibler,
GCult).
Kinder spielen für ihr Leben gern, Spielen ist cool und Spielen macht Spaß! Und auch Eltern haben ihre Freude daran, wenn sie feststellen, dass ihre Kinder so richtig in einem Spiel aufgehen - zumindest wenn dieses Spiel draußen, an der frischen Luft, und mit Freunden stattfindet oder wenn eine, in den Augen der Eltern hohe kreative Leistung abgerufen wird (zum Beispiel beim Basteln).
Anders sieht es meist aus, wenn ein Bildschirm hinzukommt: Spielt das Kind am PC, an der Xbox oder an DS und PSP - dann erscheint vielen Eltern das Spielen des Kindes weniger förderlich. Es ist mit einer Reihe von Ängsten verbunden, ein "mulmiges" Gefühl der Eltern steht im Raum, vornehmlich ein Gefühl, dass die virtuelle Realität den Realitätssinn der Kinder verändern könnte:
- Welche Folgen hat die Gewalt in einem Videospiel in der Realität? Fördert oder erzeugt die Aggressivität des Spiels eine gewisse Gewaltbereitschaft beim Kinde?
- Welche Folgen hat das häufige "Alleinspielen" des Kindes - v.a. wenn das Kind sehr lang und häufig spielt? Vereinsamung? Oder ersetzen "virtuelle" Kontakte bei Onlinespielen die sozialen Kontakte in der Realität? Wird die Schule vernachlässigt, das gemeinsame Abendessen abgelehnt, um weiter am PC zu sitzen?
Hinzu kommt die Befürchtung der Eltern, dass sich der Sohn oder die Tochter zu wenig bewegen und vor dem Bildschirm mehr "Süßigkeiten" als "vernünftige" Mahlzeiten zu sich genommen werden.
Hinzu kommt aber oft auch die generelle Abneigung gegen Bildschirme. Viele Eltern sehen keinen Sinn in den Spielen, finden die Ballereien des Sohnes nervend und das Streicheln, Hegen und Pflegen virtueller Tiere durch die Tochter vielleicht noch süß, aber doch auch ziemlich befremdlich.
Solche Ängste entwickeln sich oft aus einer Mischung aus Unwissenheit, irgendwo Gehörtem, aber auch aus eigenen Erfahrungen oder Beobachtungen. Denn eins ist klar: Viele der Einwände treffen auch auf andere Hobbys zu: Ein fußballbegeisterter Junge geht zwei- bis dreimal in der Woche zum aktiven Sport, spielt nebenher mit seinen Freunden auf dem Bolzplatz, sammelt und tauscht Fußballbilder, schaut sich mit dem Vater die Livespiele im Fernsehen an - auch hier besteht die Gefahr der Vernachlässigung der Schule. Auch das Lesen dicker Bücher, von vielen Eltern gern gesehen, fördert nicht gerade den Aufbau sozialer Kontakte.
Beim Spielen an der Konsole oder an dem Computer kommen jedoch mehrere Faktoren zusammen - und manche Sorgen der Eltern, das muss auch ganz klar betont werden, sind auch nicht völlig von der Hand zu weisen.
Ängste abbauen
Abbauen lassen sich solche Ängste und Befürchtungen im übrigen am besten dadurch,
a) dass sich Eltern gut informieren über das, was ihr Kind interessiert, was es derart an den Bildschirmspielen fasziniert;
b) dass die Eltern sich zusammen mit dem Kind vor den PC oder die Konsole setzen, selbst mitspielen und sich mit dem Kind über das Spiel unterhalten;
c) dass die Eltern zusammen mit den Kindern in diesen Gesprächen von Beginn an Regeln vereinbaren, die beiden Seiten Sicherheit geben.

Die einzelnen Punkte hängen unmittelbar zusammen: Wenn Eltern das Gespräch suchen, finden ihre Argumente mehr Gehör, wenn das Kind merkt, dass sie gut informiert sind. Auf einer derartigen Grundlage lassen sich dann auch verlässliche Vereinbarungen, die für beide, Eltern und Kinder, hilfreich sind.
Trotz aller Bemühungen werden den Eltern niemals alle Spiele der Tochter oder des Sohns gefallen. Und es wird auch nicht so sein, dass es keine Zwistigkeiten gibt, wenn der 12-jährige Sohn Call of Duty oder Stalker - also Spiele ohne Jugendfreigabe - spielen möchte, weil seine Freunde das angeblich oder tatsächlich auch spielen.
Aber versuchen Sie's mal: Erspielen Sie sich sozusagen das Vertrauen Ihrer Kinder!
Im Folgenden möchte ich Ihnen ein paar Grundinformationen zum Thema "Computer- und Bildschirmspiele" liefern, die Ihnen die Diskussion mit Ihren Kindern erleichtern können:
Zunächst gebe ich Ihnen einen kurzen Überblick zu den Konsolen und zu den einzelnen Spielegenres, um anschließend ein paar ein paar empfehlenswerte Spiele vorzustellen.
Konsolen
Neben dem PC sind es vor allem Nintendo Wii, Nintendo DS, Playstation, PSP und Xbox, die Eingang in die Wohnstuben gefunden haben.

Die Nase vorn, was die Verkaufszahlen angeht, haben derzeit die Plattformen von Nintendo, die Wii und der DS. Bei aller Kritik, die es an diesen beiden Konsolen auch zu äußern gibt, kann gesagt werden, dass Nintendo am konsequentesten auf den Faktor "Familie" gesetzt hat.
Ein Blick auf die derzeit zu kaufenden Spiele zeigt deutlich auf, dass es prozentual gesehen für Wii und DS die wenigsten Spiele mit einer USK-Einstufung "ab 16" oder "ohne Jugendfreigabe" gibt, aber die meisten im Bereich "Freigegeben ohne Altersbeschränkung" - weniger Action, mehr Adventure, Rollenspiele und Fun-Games als auf der Xbox 360 oder der Playstation 3.
Die USK-Einstufung allein zeigt natürlich nicht an, ob es sich bei den Spielen um Spiele für die gesamte Familien handelt, liefert aber doch Hinweise auf die Zielgruppen. Hinzu kommt noch der Faktor "Bewegung". Sport- und Tanzspiele nehmen offenbar vielen Eltern die Befürchtung, dass Bildschirmspiele zu mangelnder Fitness führen.
Auf einige dieser Aspekte werde ich noch bei der Vorstellung einzelner Spiele zurückkommen.
Spielgenres
Es hat in der Vergangenheit verschiedene Versuche gegeben, Computer- und Videospiele nach Inhalt oder Spielaufbau einzuordnen. Vielfache Überschneidungen machen dies aber oftmals schwer.
Trotzdem möchte ich hier ein paar Begriffe nennen, die eine kurze Orientierung bieten können:
- Action
Hier wird gekämpft, geschossen, wild gefahren. Meist in Echtzeit muss der Spieler ein hohes Maß an Geschicklichkeit und Reaktionsschnelligkeit besitzen. - Adventure
Auch im Adventure oder Abenteuerspiel wird oft gekämpft, doch sind hier auch Rätsel zu lösen. In reinen Adventure-Spielen muss der Held durch Nachdenken und Ausprobieren das Spielziel erreichen. Hier fällt oft auch der Begriff des Rollenspiels, da der Spieler eine bestimmte Rolle einnimmt und diese möglichst erfolgreich einzusetzen versucht. - Jump'n'Run
Die knuddeligen Helden hüpfen und laufen durch zwei- oder dreidimensionale Level, räumen ohne große Schießereien Gegner aus dem Weg und retten die Prinzessin, die Guten oder gar die ganze Welt. Der bekannteste Jumper & Runner ist sicherlich der Klempner Mario. - Strategie
Wie der Name schon sagt, steht hier die Strategie im Vordergrund. Hier muss z.B. durch geschicktes Wirtschaften eine Stadt gegründet und entwickelt, ggf. auch verteidigt werden - ein sehr schönes Beispiel dafür ist das Spiel "Anno 1701".
- Simulation
So manches Strategiespiel ist gleichzeitig auch eine Simulation, d.h. hier werden gewisse Situationen und Entwicklungen simuliert oder nachgestellt bzw. nachgespielt. Doch auch Zugfahren, mit dem Flugzeug fliegen oder ein relativ realistisches Autorennen können hierzu gezählt werden. Beim letztgenannten, dem Autorennen, sind wir auch schon beim Genre: - Sport
Vom Autorennen bis zum Tennisspielen sind in diesem Genre etliche Sportarten vertreten. Neuerdings ist immer öfter von "E-Sports" die Rede, die nicht nur Sportarten umfassen, sondern allgemein den Wettkampf im Mehrspielermodus umschreiben. - Musik und Tanz
Relativ neues Genre: Bei Karaokespielen darf gesungen, auf Tanzmatten getanzt werden. Und nun gibt es auch Instrumente, die nicht mehr rein virtuell sind.
Daneben sind noch die Quiz- und Denkspiele, reine Onlinespiele sowie Lernspiele zu nennen.
Auch der Begriff Casual Games fällt oft: "Casual games" heißt übersetzt Gelegenheitsspiele. Diese Spiele können ohne großes technisches Wissen und zumeist auch ohne hohe Anforderungen an den PC gespielt werden. Dadurch sind sie auch für mobile Geräte wie Handys geeignet. Ein Beispiel dafür ist das Spiel "Wer wird Millionär?".
Ich möchte nun einzelne Spiele kurz vorstellen und vorspielen, um Ihnen einen kleinen Eindruck von der Vielfalt der Spielewelt zu liefern.
1. Die Sims 2

Das Spiel "Die Sims" - also der erste Teil dieser Reihe - ist eines der erfolgreichsten Computerspiele überhaupt; es wurde einschließlich der Add-Ons oder Erweiterungen mehr als 30 Millionen Mal verkauft.
Auch Sims 2 ist ein ziemlicher Verkaufsschlager, immerhin war es laut der KIM-Studie 2006 des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest das beliebteste Computerspiel unter den 6- bis 13-jährigen Kindern - im übrigen nicht nur unter den Mädchen, sondern auch unter den Jungen.
In diesem Spiel steuert der Spieler bis zu acht Personen gleichzeitig durch das Leben. Er kreiert nach gewissen Vorgaben einzelne Personen und letztendlich zumeist eine Familie. Diese gilt es durch den Alltag zu bringen, ihre Grundbedürfnisse zu befriedigen, dabei ihre Sehnsüchte zu beachten, die je nach Alter, Geschlecht und Charaktereigenschaften variieren.
(Kurze Vorführung: Auswahl der "Nachbarschaft", Aufzeigen der Bedürfnisse)
Selbstverständlich ist das Leben in der Wirklichkeit weitaus komplexer als im Sims-Reich, doch das Spiel mit der einen oder anderen netten Erweiterung hat seinen Reiz:
In der Vor-Computerzeit spielten gerade Mädchen gern eine Familie nach - das nannte sich dann "Vater, Mutter, Kind". Dies passiert nun vor dem Bildschirm. Und da lohnt es sich für Eltern durchaus, mal eine Weile dabei zu sein. Oft wird die eigene Familie nachgestellt - und es ist verblüffend zu erkennen, wie die eigene Tochter Vater und Mutter sieht. Das ist im übrigen - eigene Erfahrung - nicht immer nur schmeichelhaft ...
Das Spiel gab es anfangs nur für den PC, mittlerweile sind die einzelnen Versionen und Erweiterungen auch für die verschiedenen Konsolen zu haben.
2. FIFA 08

Sehr beliebt unter Jungen sind die Fußballsimulationen. Es ist erstaunlich, welche grafischen Leistungen mittlerweile in solchen Spielen stecken. Der Realismus nimmt immer weiter zu. 30 Ligen, 30 Original-Stadien und mehr als 14.000 sorgfältig nachgebildete Spieler, so dass selbst die (bekannte) Trikotfarbe des Bremer Torhüters Tim Wiese stimmt.
(Kurze Vorführung: Auswahl der Liga, Auswahl der Mannschaften, kurzes Fußballspiel)
Wer zum ersten Mal ein solches Spiel in der Hand hat, wird zu Beginn seine Mühe haben, überhaupt einmal ein Tor zu schießen - auch wenn man zunächst den leichten Modus wählt (Amateur). Wenn dies aber erst einmal gelungen ist, dann kann man sich über einzelne Tricks, eigene Taktiken usw. hermachen. Die Vielfalt ist auch hier erstaunlich und garantiert einen langdauernden Spielspaß.
Bis dahin ist es allerdings ein weiter und für Anfänger auch steiniger Weg. Hier müssen Eltern, die mitspielen wollen, durchaus Geduld aufbringen - können sich allerdings von ihrem Sohn kleinere Tricks zeigen lassen.
Als nächstes stelle ich ein Spiel für die junge Kinder vor:
3. Apselut Spunk

Zeitlose Figuren einzelner Geschichten von Astrid Lindgren sind die Helden dieser Spielesammlung für den PC, die schon Kinder im frühen Grundschulalter spielen können - aber auch den Erwachsenen Spaß bereiten!
Hier finden sich Michel aus Lönneberga, Pippi Langstrumpf, Lotta aus der Krachmacherstraße, Madita, Nils-Karlsson Däumling und - meine Lieblingsfigur - Karlsson vom Dach.
22 Spiele, darunter auch einige, die man mit mehreren spielen kann, befinden sich auf der CD-ROM. Hier sitzt man mit Michel im Tischlerschuppen, mit Pippi geht es in die Villa Kunterbunt oder ins Taka-Tuka-Land, mit Karlsson fliegt man aufs Dach. Überall gibt es kleine Geschicklichkeitsspiele, ein kleines Autorennen, ein Kartenspiel oder es muss mit Kokosnüssen auf gefährliche Haie geworfen werden. Das alles ist sehr vergnüglich und kindgerecht aufbereitet, mit leicht ansteigendem Schwierigkeitsgrad und liebevollen Details.
Und dadurch, dass die Figuren auch den jetzigen Eltern noch gut vertraut sein dürften, steht dem gemeinsamen Vergnügen nichts mehr im Weg!
Kleine Anmerkung: Das Spiel erhielt einige Auszeichnungen und ist wirklich ausnahmslos zu empfehlen!
4. Guitar Hero

Eine Reihe interessanter Neuerungen hat es in den letzten Jahren im Bereich der Musikspiele gegeben. Ein Hit auf Kindergeburtstagen ist z.B. die Dance Factory für die Playstation 2 mit der Tanzmatte. Hier werden bekannte Hits gespielt, wobei farbige Signale vorgeben, wohin der Spieler im Takt treten soll. Mit etwas Übung sieht es tatsächlich so aus, als könnte auch ich richtig tanzen…
Ähnlich aufgebaut ist Guitar Hero. (Zu Beginn meines Vortrags habe ich ja bereits eine kleine Kostprobe des Spiels gegeben.)
Hier müssen zunächst bestimmte Knöpfe auf der Gitarre gedrückt werden, wenn die entsprechenden Farben aufleuchten. Gleichzeitig muss man mit der anderen Hand die virtuellen Saiten anschlagen. Gutes Timing und Taktgefühl stehen hier im Vordergrund. Schafft man es, lange fehlerfrei zu spielen und die Gitarre auch noch effektvoll in die Höhe zu reißen, dann kann man zum Star vor dem Bildschirm avancieren. Gibt sich der virtuelle Gitarrist nicht genug Mühe, sackt seine Beliebtheit beim Publikum ab. Im schlimmsten Fall geht es unter Buh-Rufen von der Bühne.
Guitar Hero ist im übrigen ein sehr gutes Beispiel dafür, wie der "Generationskonflikt" zwischen besorgten Eltern und spielbegeisterten Kindern und Jugendlichen überwunden werden kann:
Die Generation der 30-40-Jährigen Eltern kennt das Luftgitarre-Spielen und die Rocksongs der Version "Guitar Hero 3 - Legends of Rock Bundle" - und findet dadurch einen leichteren Zugang zu Bereich Computer- und Videospiele.
Es macht einfach Spaß, zusammen die Musik zu hören und sich auch als Nicht-Musiker an der Gitarre zu versuchen!
5. Crush

Mein absoluter Favorit des letzten ist das Spiel Crush, welches es leider nur für die PSP gibt. Es ist kein Spiel, welches man stundenlang, sondern immer mal wieder "zockt".
Inhaltlich und optisch höchst anspruchsvoll setzt es eine ausgeprägt gute Fähigkeit zum räumlichen Denken voraus - und macht zudem großen Spaß!
Die Rahmenstory ist ziemlich skurril: Hauptfigur und zunächst alles andere als ein Held ist Danny. Er ist ein Fall für die Psychoanalyse. Seit Wochen kann er nicht mehr schlafen. Er ist extrem nervös, reizbar und kurz davor durchzudrehen.
Da tritt ein ominöser Doktor auf den Plan und verspricht rasche Linderung. Mit Hilfe von Hypnose sendet er Danny direkt in die Tiefen seines eigenen Gehirns. Die angewandte Methode hat einen Namen: 'Cognitiver Replikator zur Unterstützung der Selbstfindung während der Hypnose', kurz 'CRUSH'.
Die Neurosen des Patienten nehmen im Spiel geometrische Formen an. Mit diesen Formen kann es nur einer aufnehmen: der Spieler. In insgesamt 40 Leveln versucht er mit Danny, ein Neurosenrätsel nach dem anderen zu lösen, in dem er in verschiedenen aufeinander geschichteten Blöcken den Ausgang findet und dabei so manche Gegenstände mitzunehmen.
Der Witz an diesem Spiel: Man kann zwischen einer 2- und 3D-Ansicht hin- und herwechseln. Wege, die Danny in 3D-Ansicht nicht laufen kann, eröffnen sich in der 2D-Ansicht.
Die Kommentare zwischendurch besitzen viel Witz und ein Einführungslevel zeigt erklärt sehr gut, worauf zu achten ist. Wenn auch so manche psychoanalytische Anmerkung Kindern nicht unbedingt verständlich ist, so können dennoch schon 10- oder 11-Jährige Spaß am Lösen der Rätsel haben.
Wo finde ich solche Informationen?
Nachdem ich nun exemplarisch einige Spiele vorgestellt habe, möchte ich Ihnen noch aufzeigen, wo Sie selbst solche Informationen erhalten können:
Sehr hilfreich und auch übersichtlich gestaltet ist der jährlich kurz vor Weihnachten erscheinende "Ratgeber Software für Kinder von 3 bis 14 Jahren" der Zeitschrift c't. Hier werden jeweils 125 Programme vorgestellt, viele sind in Demoversionen, manche gar als Vollversionen auf der beiliegenden DVD vertreten.
Aktueller allerdings sind die Spieleratgeber im Internet:
- Spieleratgeber NRW
Der Spieleratgeber NRW sieht sich als pädagogische Ergänzung zur gesetzlichen Alterskennzeichnung der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK). Hier gibt es auch eine pädagogische Altersempfehlung.
Computer- und Konsolenspiele werden gemeinsam mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen erprobt und beurteilt. - Spielbar.de
Auch die Bundeszentrale für politische Bildung veröffentlicht regelmäßig kurze Spieletests. Auch hier werden einige Grunddaten genannt und neben der USK-Alterseinstufung eine Einschätzung abgeben, ab wie viel Jahren dieses Spiel spielbar ist. - Lilipuz-Spieletests
Der WDR5-Kinderradiosender "Lilipuz" veröffentlicht auf der Internetsite kurze Spieletests zu kindgerechten Spielen und Edutainment-Software.
Außerdem können Eltern und Pädagogen sich noch sehr gut auf den Internetseiten der einzelnen Kindersoftware-Preise über empfehlenswerte Spiele informieren:
Internet-ABC: Spieletipps
Ohne zuviel Eigenwerbung betreiben zu wollen, möchte ich denn auch noch die Spieletipps des Internet-ABC vorstellen:
Jeden Monat liefert das Internet-ABC 10-15 neue Spielerezensionen sowie die ausführlichere Beschreibung eines besonders empfehlenswerten Spiels: das "Spiel des Monats".
Das Besondere an den Spieletipps: Es handelt sich hierbei um eine Positivliste. Das heißt: Bewertet wird lediglich Software, die ein Kind unter Berücksichtigung des Alters bedenkenlos spielen kann und die zudem ein gehöriges Maß an Qualität in sich birgt!
Die vorhandenen qualitativen Unterschiede einzelner Spiele werden an den Kategorien Spielspaß, Bedienung und Technik festgemacht: Ist das Spiel liebe- und phantasievoll, witzig und außergewöhnlich gestaltet? Wie lange bleibt der Spielspaß erhalten? Ist die Steuerung durch Tastatur, Maus, Pad oder Stift problemlos möglich? Hat das Spiel technische Fehler, so genannte Bugs, die den Spielfluss hemmen oder gar stoppen?
Neben den "normalen" Daten (Preis, USK-Empfehlung usw.) bieten die Internet-ABC-Spieletipps noch eine eigene Einschätzung, ab wie vielen Jahren das Kind ein bestimmtes Spiel meistern kann, sowie eine praktische Suchfunktion, mit der Spieletipps geordnet nach Genre, System (Konsolen, PC) und Alter des Kindes gesucht werden können.
Im übrigen bietet das Internet-ABC eine ähnliche Auswahl für den Bereich Lernsoftware an.
Damit bin ich am Ende meiner Ausführungen angelangt. Noch einmal, sozusagen mein Fazit, an die Erwachsenen hier, ob Eltern oder Pädagogen: Interessieren Sie sich für die Vorlieben der Kinder und Jugendlichen, informieren Sie sich und spielen einfach mal mit. Manches Verbot ist gerechtfertigt, aber besser geht's mit Interesse, Wissen und guten Argumenten!
Ich wünsche allen Anwesenden noch einen schönen Aufenthalt auf der Munich Gaming.
Linktipps:
- Website zur Munich Gaming
Hier finden sich einzelne Beiträge des Fachkongresses zum Nachlesen.










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